.... Bernd Lingsch aus Detmold und sein NSU Fuhrpark
Neue Geschichten braucht das Land!
Im Rahmen der Vorstandssitzung am 3. August 2001 wurde über eine neue Gestaltung und Organisation des Ablaufes bei der Herstellung philosophiert. Zu später Stunde kamen wir natürlich auf die Inhalte zu sprechen. Dabei kristallisierte sich schnell der Wunsch heraus, doch mal wieder eine Rubrik aufleben zu lassen, bei der es um die Fahrzeuge unserer Mitglieder, d.h. der NSU Enthusiasten gehen sollte.
Da wir als "sachkundiges Team" nun mal gerade vor Ort bei unserem Vorsitzenden waren, wurde flugs seine Garage mit den NSU Schätzchen unter die Lupe genommen. Man kann ihn in Hiddesen eigentlich gar nicht verfehlen, wenn man erst mal den Ehrenbergweg gefunden hat, dann braucht man nur dem Weg zu folgen, bis man das NSU-Prinz IG Geschäftsstellenschild findet.
Der Blick in die Garage (im trockenen und im Winter geheizten Keller??) zeigt auf Anhieb drei Individuen der Gattung NSU, das älteste ist ein Drahtesel, gleichzeitig auch die jüngste Neuerwerbung aus dem Jahr 2000, noch in sehr gut erhaltenem Originalzustand. Es handelt sich um ein 26 Zoll Herrenrad Typ 180 in schwarzem Outfit. Voll fahrbereit wird es auch im Alltagsbetrieb von Bernd mit einer Maximalleistung von 1MS benutzt.
Wie war das doch noch mit dem flotten Spruch von Arthur
Westrup:
.... nicht mehr laufen, Quickly kaufen!
So etwas darf natürlich auch nicht fehlen, aus Familienbesitz (übrigens in der dritten Generation ) stammt eine Quickly N aus dem Jahre 1955. Im Mittelgebirge ist so ein fixes motorbetriebenes Modell mit satten 1,4 PS nicht zu verachten. Unter der 26x2Zoll Bereifung musste schon mancher Hügel (oder waren es doch richtige Berge?) klein beigeben. Ich erinnere mich noch gut an die Stammtischausfahrt zum Emmerstausee mit anschließender Bezwingung der Burg von Schwalenberg. Trotz reichlich umgebender Prinzen-Power ließ sich die Quickly (gerade erst frisch renoviert) nicht abhängen. Vielleicht klappt es ja noch mal mit der St. Gotthard Überquerung wie es damals in dem rührigen Werbefilm über die NSU Zweiräder zu bewundern war. Wer weiß das schon??
Bernd hat die Quickly nach der Renovierung 1996 schätzen lassen, dabei kam damals ein Marktwert von DM 3800,- und ein Wiederbeschaffungswert von DM 4500,- heraus. Eine gute Wertanlage waren NSUs ja schon immer, der Neupreis von DM540,- hat sich doch gut verzinst. Da kann die kleine Quickly mit ihrem sharagelben Kleid, dem Tacho (ein Extra) im Scheinwerfergehäuse und ihrem 49 cm3 Motörchen mit verchromter Zylinderlaufbahn und 2-Gang Getriebe doch prima in der Sonne glänzen.
Na ja um der deutschen Entwicklung chronologisch zu folgen musste natürlich auch ein Prinz her, natürlich nicht so ein alltäglicher Allerweltswagen, nein ein "Sporti" sollte es schon sein. Na ja so kam es wie es kommen musste, ein früher Sport-Prinz (Typ 41, EZ. 21.1. 1960) aus der originalen Bertoneschmiede (gebaut in Italien) steht jetzt in der Garage, er kam erst vor ein paar Jahren aus den Staaten zurück, erkennbar u.a. an der Verbundglasfrontscheibe, die natürlich im Laufe der Jahre einiges mitgemacht hatte und beim Rücktransport über den rauen Atlantik noch einen Schlag auf die Seite erhalten hatte. Und der Tacho, ja der Bandtacho natürlich, aber nicht in km geeicht, sondern in Meilen. Wenn zwei Sport-Prinz-Brüder so friedlich nebeneinander stehen, dann sollte man doch beide den Deutschen und den Italiener mal genau vergleichen, die groben Konturen sind zwar gleichartig aber nicht identisch. Am Aufbau ist am Blech wohl kein Teil austauschbar, besonders auffällig ist es an Zierleisten, Kotflügen, Heckbereich und an den Bodenschwellern zu erkennen. Die Innenausstattung ist in blauen Tönen gehalten und hinten gibt es eine angedeutete Sitzbank. Bernds Italiener ist wirklich ein Musterexemplar aus der frühen Bertoneschmiede. Er hat trotz seines hohen Alters im Jahre 1998 erst 23121 Meilen auf seinem Tacho stehen. Übrigens hat er nach einer Erfrischungskur bei Fa. Walter in Möhnsen 1999 den zweiten Platz in seiner Klasse bekommen. Jetzt kriegt er auch einen originalen europäischen km-Tacho mit 160 km Endbereich, damit alles auf die heimischen Verkehrsverhältnisse angepasst ist.
Früher hatte Bernd auch schon mal einen NSU, einen 1200C, mit dem er übrigens 1984 auf dem Internationalen Treffen in Enschede war.
Seine Devise in Sachen NSU ist übrigens: lieber weniger Fahrzeuge, dafür aber alle bewegen.
Viel Spaß weiterhin damit.
GeGe im August 2001
Feier im Zeichen von NSU bei Tilchs in Eschershausen
25 Jahre Autotechnik Tilch am 4 August.
Auf dem Weg zurück von der Vorstandssitzung ins heimatliche Pattensen nahmen André und ich noch einmal Kurs auf die Weser und nach einer kurzen Stippvisite beim Lügenbaron Münchhausen, der frohgemut auf seinem halben Pferd daherkam, ging es weiter zur Jubiläumsfeier bei Familie Tilch in Eschershausen. Trotz NSU-typischem Schmuddelwetter hatten es sich schon zahlreichen Besucher und Gäste auf dem Firmengelände bequem gemacht. darunter auch etliche NSU Freunde vom Stammtisch Messenkamp und Umgebung.
Wir konnten gerade von Peter Kleine eines der raren Frontscheibenembleme für NSU Sportfahrer organisieren und auf dem weißen Renner von Hansi Tilch sofort anpassen. Ein kleines Gastgeschenk (gerahmtes Bild mit einem Max-Fahrer und dem neu aufgelegten länglichen Clubaufkleber von der NSU Prinz IG und der Zweirad IG hatten wir natürlich auch dabei. Dabei konnten wir im Ausstellungsbereich nicht nur zahlreiche NSU sehen, nein wir erfuhren dabei auch gleich noch, dass demnächst, wenn alles klappt, mit einem ca. 1000 m2 großen Zweiradmuseum in einem Nachbarort von Bodenwerder zu rechnen ist, die Hauptdarsteller werden dann natürlich NSU Zweiräder aller Epochen sein. Wir konnten schon mal eine Besichtigung der größtenteils schon restaurierten Schätzchen in Augenschein nehmen.
Warten wir’s mal ab, vielleicht können wir demnächst mal eine schöne Ausfahrt entlang der Weser mit dem Ziel Eschershausen einplanen.
25 Jahre Autotechnik Tilch in Eschershausen und jede Menge NSU
