Wegstreckenzählung mit Sigma Sport BC800
Ein moderner Fahrradwegstreckenzähler als vielseitiges Auto-Zusatzinstrument gut geeignet. Mit einem im Auto eingebauten Fahrradcomputer lassen sich eine Menge interessanter Daten erfassen.
Über zwei diagonal angeordnete Tasten lässt sich das kleine Wunderwerk bedienen. Etwas nachteilig ist, dass man bei häufiger Betätigung Schwielen an den Fingern bekommen kann (Reset muss man drei Sekunden drücken!). Besonders wenn man den Tages-km-Zähler als genauen Wegstreckenzähler mit 10m Auflösung missbraucht wir das Zurücksetzen zur Dauerbeschäftigung. Alle anderen Modi werden nur selten gesetzt bzw. zurückgesetzt.

Bild1: Betriebsarten des Computers

Bild 2: alle Zubehörteile v.l. Geberkontakt, Halter, Magnet mit Speichenhalter, Tripcomputer, 3 Gummiringe zur Befestigung am Fahrrad
Das größte Problem ist die Montage des Gebers, der ja eigentlich für ein Fahrrad-Vorderrad vorgesehen ist. Dort bietet sich die Gabel an. Beim Prinz muss man irgendwie an ein Rad kommen. Am besten wird es wohl mit einem angeschraubten oder angedrahteten starken Magneten an einer Antriebswelle nahe dem Motor funktionieren, da der Abstand zwischen Geber und Magneten maximal 5 mm betragen darf, sonst schaltet der Reed-Kontakt nicht mehr sauber. Hierzu bitte ich die Bastler um gute Vorschläge.
Ich selbst habe bei 2 Prototypen einen anderen Weg gewählt. Die Tachowelle dreht sich beim Prinz genau mit der Drehzahl des linken Vorderrades. Also musste hier ein passender Geber her. Von der mechanischen Betätigung mittel Magnet habe ich abgesehen (das könnte innerhalb des mechanischen Originaltachos ganz gut funktionieren, man müsste nur herausfinden wo ein Magnetfeld an seiner Rückseite kreist), doch wie lange hält so ein magnetisch betätigter mechanischer Kontakt? Eine kontaktlose, elektronische Lösung wurde gebaut. Mit einem noch herumliegenden defekten Rückwärtsgang-Tachowellengeber (Hella /21.5 mit Gewinde M18x1,5), einer Telefunken Reflexlichtschranke in Miniaturbauweise und einigen Dioden und Widerständen wurde die Anpassung erledigt. Ein weißer Farbklecks ( mit Tippex) auf der rotierenden Welle liefert die Signale für die Radumdrehungen.
Die Kalibrierung des Zählers kann man mittels einer Reifentabelle, wo man den dynamischen Radumfang nachsehen kann, festlegen. Die NSU Reifengrößen haben einen Abrollumfang von ca. 1600 mm.
Hier eine Tabelle mit gängigen Radgrößen:
|
Radgröße Serie 82 |
Abrollumfang/ mm |
|
125 R 12 |
1555 |
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135 R12 |
1590 |
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145 R 12 |
1655 |
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155 R 12 |
1680 |
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135 R 13 |
1670 |
|
155 R 13 |
1765 |
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175 R 14 |
1935 |
Falls das nicht klappt, dann kann man auch einen Maßstab und die Formel für den Kreisumfang bemühen. U = d * . p (p = 3,14159....). Vielleicht hilft auch ein Strich auf Reifen und Straße und das Abmessen mit dem Zollstock. Das Ergebnis sollte in mm vorliegen, so kann man nach Betätigung einer versteckten Mikrotaste auf der Rückseite des Computers den gesuchten Abrollumfang eingeben. Am besten irgendwo am Gerät notieren.
Zur Kontrolle sollte man noch eine wenig befahrene Landstraße suchen und die Kilometrierung für einen Kilometer nachmessen. Bei Abweichungen kann man die Einstellprozedur so lange wiederholen, bis der gemessene Weg mit dem vorher zurückgesetzten Tageskilometerzähler genau übereinstimmt.
Danach läßt sich mit dem neuen Instrument auch der km-Zähler des Fahrzeuges, die Tachoanzeige bei verschiedenen Geschwindigkeiten, bei Rallyes vorgegebene Durchschnittsgeschwindigkeiten, die Fahrzeit und die aktuelle Uhrzeit bestimmen.
Das Instrument kostet in der einfachsten geeigneten Version, dem Sigma BC 600 DM 29,80 in der besseren Version Sigma BC 800 mit Abweichungsanzeige von der mittleren Sollgeschwindigkeit DM 39,80. Ich habe die Instrumente bei Karstadt erworben, doch auch Conrad Elektronik und viele Fahrradgeschäfte haben sie im Programm.
Viel Spaß beim Tüfteln und ausloten der vielseitigen Möglichkeiten des kleinen Wunders...
Sigmabc800.htm, Ge 03.1.00