Oldtimer-Rallye-Zubehör

Nachdem Heinz Meier in der letzten PP begeistert über Motorsport mit Oldtimern und wie man sich daran beteiligen kann berichtet hatte, hier nun einige Tips zum benötigten Zubehör.

In den 60er Jahren gehörte zu einem ordentlich ausgestatteten Rallyeauto neben der Vorarbeit am Fahrzeug auch ein entsprechendes Paket an Werkzeugen und Hilfsmitteln für den Copiloten (oder Franser, wie das damals hieß).

Die wichtigsten zu montierenden Utensilien waren 2 Stoppuhren (meistens von der Firma Heuer) und mindestens ein genauer Wegstreckenzähler. Am bekanntesten wurden die schwedischen Halda Instrumente. Das waren mechanische Wegmeßgeräte, die mittels Zusatzwellen an die Tachowelle angekoppelt wurden.

Mindestens brauchte man das einfache Zählwerk mit 10m-Rolle, den Tripmaster. Wer etws mehr ausgeben wollte, der konnte auch ein Doppelzählwerk erhalten, den Twinmaster.

Und wer auch Durchschnittsgeschwindigkeiten optimal einhalten wollte, der konnte sich noch einen Speedpilot an die gequälte Tachowelle klemmen. (Nicht vergessen sollte man, immer eine Reservetachowelle dabei zu haben)


 
 

Zur richtigen Verkabelung gehörte ein umfangreiches Paket an Zubehör, wie T-Getriebe, Verbindungskabel, Befestigungsklemmen, Adapter zwischen Tachowelle und Tachometer und die Auswahl eines geeigneten Montageortes, dass die Instrument von beiden Mitfahrern gut gesehen und auch bedient werden konnten.

Einige intern wechselbare Zahnradsätze für Trip- bzw. Twinmaster waren auch nötig um verschiedene Radgrößen auswählen zu können. Eine Grundkalibrierung war immer nötig. Früher machten das die VDO-Tachometerdienste in den größeren Städten gegen eine geringe Gebühr mit einem Normalgetriebesatz und einer genau abgemessenen Teststrecke von einem Kilometer. Über Umrechnungstabelle konnte man dort sofort die richtigen Zahnradsäte für das Getriebe im Tripmaster herausfinden.

Schon zu der Zeit, als diese Halda Präzisionsinstrumente noch der aktuelle Stand der Technik waren, hatten sie einen stolzen Preis, doch heute sind sie außerordentlich teuer und dazu nur schwer zu bekommen. Preise von 1000DM und mehr für einen ungeprüften Tripmaster ohne das nötige Zubehör sind an der Tagesordnung.

Neuerdings gibt es wieder ein mechanisches Instrument, den gti Rallye Twin (aussehen wie der Halda Tripmaster) für 1350 DM, bei Willy Potjans (Tel./Fax 02801/5096). Q.: Motor Klassik 12/99 S. 48. Hier gibt es auch Zubehör rund um die Rallye und neue und renovierte Wegstreckenzähler verschiedener Hersteller. Im Internet unter: http://www.halda.de/
Seine aktuelle Anschrift (07.2001)  WILLI POTJANS, Am Haselbusch 20,  47665 Sonsbeck, TEL/FAX 02801-5096, Mobil: 0171-584 55 26
email: Potjans@Halda.de

VDO und Halda kümmern sich nicht mehr um die antiken Wegstreckenzähler. Ich habe im Internet einen Spezialisten gefunden, der sich um alle wichtigen Verschleißteile, Vermittlung und Beratung der Halda Rallyeinstrument kümmert, gefunden. Seine Adresse ist

http://members.aol.com/CWillis97/haldaman.html

LOCATION:

C. Willis, 8 York Close , Stoke Gifford, Bristol BS34 8NU, England, UK

Telephone: 0117-909 9769, Fax: 0117-945 4857

Email: Haldaman@aol.com

Er beschreibt sein Geschäft wie folgt:

Sole agent for HALDA mechanical rally instruments: Speedpilots, Twinmasters and Tripmasters. Also AIFAB Gemini Trip-Counters All bought, sold and repaired

Ich habe in meiner Sammlung noch einen Triptaeller der Firma Haemo, auc aus nordischen Gefilden. Der Vorteil dieses wie ein Wecker aussehender Wegstreckenzäher ist die Kalibrierbarkeit mittels Einstellschraube ohne ein Zahnrad wechseln zu müssen.

Die Profis benutzen heute professionell hergestellte elektronische Wegstreckenmeßgeräte, die bei der Rallye-WM eingesetzt werden. Doch bei Veranstaltungen mit historischen Fahrzeugen sind die modernen Instrument leider nicht immer zugelassen.

Für Amateurrallye-Piloten bietet sich als preisgünstige Alternative ein elektronischer Fahrradtachometer an. Die neueren Geräte können Geschwindigkeiten bis zu 300 km/h verarbeiten, eine Wegauflösung von 10m messen und haben Einstellmöglichkeiten von Radumfängen bis zu 3m. Das sollte eigentlich für den Prinz reichen, deren Radumfänge zwischen 1500 mm und 1700 mm liegen. Problematisch ist nur die korrekte Positionierung des Wegstreckengebers, der meistens mittels Reed-Kontakt und starkem Dauermagneten realisiert wird.

Etliche Fahrer schneller Motorräder haben sich Fahrradtachos der Firma Sigma eingebaut und tatsächliche Geschwindigkeiten bis 260 km/h gemessen (nur Mut!).

Für die NSU-Spezialisten habe ich in einem getrennten Artikel den Einbau eines Sigma 600/800 Tachometers in einen Prinz beschrieben. Neben der Funktion des Wegstreckenzählers haben die Fahrradinstrumente auch noch eine Geschwindigkeitsanzeige (hier kann man seinen mechanischen Tacho mal auf Herz und Nieren prüfen), einen Gesamtkilometerzähler, eine Anzeige der mittleren Geschwindigkeit und eine eingebaute Uhr zu bieten

GeGe

update: 19.07.01