Bergrennen Homburg 2000

(2. Lauf zum NSU-Cup)

168 Nennungen aus 6 Nationen bescherten dem veranstaltendem Homburger Automobilclub den bisherigen Teilnehmerrekord in der Bergmeisterschaft und dem Gruppe-H-Bergcup.

31 Autos gingen in der1300er Gr.H, das heißt verbesserte Spezialtourenwagen an den Start. Da es der zweite NSU-Cup-Lauf war, gesellten sich 7 Prinzen in den Reigen der PS-starken Polos und Simcas.

Am Start waren Edgar Reich, Uwe Schäf, Jürgen Lätsch, Manfred Steinwand, Horst Fleischer, Bernd Wenninger und Neuling Milko Schmitt.

Das Training verlief mit Höhen und Tiefen, Milko Schmitt auf dem wunderbar hergerichteten, in Indischrot lackierten Ex-Schindler_NSU wollte des guten zuviel und an die Zeiten der erfahrenen NSU-Piloten aufschliessen. Er riskierte viel zuviel und so ging in der 90-Grad-Zielkurve das Auto hoch und schließlich über das Dach.Danach rutschte er noch mehrere Meter auf dem Dach über den Asphalt und alles endete im Graben. Die Gesichter der NSU Fahrer und Fans, die reichlich vertreten waren, sprachen eine deutliche Sprache.

Bei den anderen lief das Training problemlos. Manfred hatte kurzerhand Motor, Getriebe und Traverse vor dem Rennen in eine von Edgar Reich geliehene, aus Frankreich stammende Rennkarosse verpflanzt, Bremsen entlüftet und Wagenpass erneuert und danach das Auto nach Homburg an den Start gebracht. Sein schöner bekannter roter Prinz wurde von Einbrechern in einer Werkstatt aus Frust, daß kein Geld vorhanden war, einfach zertrümmert, so baute Manfred mit Uwe kurzerhand die Technik um, da er dabei sein wollte. Das ist Einsatz und Ehrgeiz!

Das Wetter spielte an beiden Renntagen mit, und die Strecke blieb trocken. Am Rennsonntag war Edgar Reich das Maß der Dinge, mit 4.33.96 Minuten Gesamtfahrzeit aus drei Läufen belegte er Endrang 14 hinter einem 180PS starkem Polo 16V. Das erzielte er mit halsbrecherischen Fahrmanövern in den langgezogenen Kurven, Tempo ca.140 km/h und das im Drift mit Slicks! Hut ab, sowas habe ich noch nicht gefilmt. Zweiter NSU mit Endrang 18 Horst Fleischer. Mit einer Fahrzeit von 4.48.12 fuhr er superschnell und das obwohl er Homburg nicht in guter Erinnerung hat, denn sein lilafarbener NSU ging hier damals auch über das Dach.

Dicht dahinter Jürgen. Mit neuer Zündung und deshalb ohne Aussetzer fuhr er 4.51.63 auf Endrang 20, mußte aber am Start Zeit liegen lassen, da er nicht über das passende Eingangsrad für sein Abt-Renngetriebe verfügt. Manfred mit neuem und total anders ausgelegtem Auto mit 4.59.82 Rang vier hinter Jürgen, ich würde sagen für ein fremdes Auto eine tolle Leistung. Der Sieger vom ersten Lauf am I-Berg Bernd Wenninger wurde 24zigster und mit 5.13.85 fünfter NSU, er hatte hier auch schon mal einen brutalen Ausritt mit seinem Prinz.

Uwe Schäf hatte im zweiten Lauf ein defektes Zündsteuergerät zu beklagen und so fiel die Zündanlage aus, er konnte diesen Lauf nicht beenden, klemmte aber kurzerhand einen Zündkreis ab und fuhr auf "Einfachzündung" noch den letzten Lauf.

Somit wieder ein actionreiches Wochenende, die NSU-Fahrer, allen voran Edgar Reich, haben bei den Polo- und Simca-Fahrern mal wieder einen bleibenden Eindruck hinterlassen und diese können nur hoffen, daß niemals ein Vierventil-NSU auftaucht, denn dann würden die Karten neu gemischt.

Frank Altstädt


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